Muenster2-s.jpg
Fritz Mahrer im Spatz HB-627, © Foto H./R. Koller

Von Münster aus wird nicht nur weit, sondern auch hoch geflogen. 1987 z.B. ist das Jahr der Welle: Es werden Rekordhöhen bis zu 9'500 m/M erreicht. Einige Piloten entwickeln ein besonderes Gespür für dieses Phänomen - ein AFG-Fuchs erhält den Spitznamen Wellen-Willi.

Ja, diese Wellen. Gelegentlich sind sie so einfach zu finden, wie wenn sie mit Tafeln markiert wären, und manchmal geht es erst nach einer langen Suche im "Schüttelbecher" in die Höhe. Ein wundervoller Augenblick, wenn es plötzlich ruhig wird, das Vario gleichmässiges Steigen anzeigt, der Horizont weiter wird und die Alpengipfel unter dir zu schrumpfen beginnen. Dann kann man nur hoffen, dass Zürich Delta mit dem "Aufstieg" einverstanden ist! Im Vademecum 1968 steht "Höhe: unbeschränkt". Das waren noch Zeiten ...

Rekorde und Spitzenleistungen sind eine schöne Sache. Manche PilotInnen geniessen jedoch einfach ihre Flüge, ohne sich um Wendeort-Fotos, Barograph oder Logger zu kümmern, ohne jeglichen Wettbewerbsstress. Das lautlose Gleiten über die Berge, der Blick auf die Gletscher und Gipfel, die Begegnung mit Adlern, echten Segelflug-Profis: Ein Genuss. Und niemand wird je vergessen, wie er/sie sich erstmals bis an den Gornergrat vorgewagt hat, um schliesslich das Matterhorn zu "bezwingen".

Die Alpenfliegerei stellt generell hohe Ansprüche an alle PilotInnen. Deshalb ist die gruppeninterne Ausbildung von Münster-Neulingen in den letzten Jahren durch Breitenförderungskurse ergänzt worden. Ferner wird 1988 in Münster das erste von inzwischen mehreren regionalen Ausscheidungslagern (RAL) organisiert.